Bild von Uli Kindermann
Uli Kindermann ist seit Anfang an beim NachhaltigkeitsCamp Bonn dabei. Foto: Gesa Maschkowski

Das NachhaltigkeitsCamp Bonn findet dieses Jahr bereits zum vierten Mal statt. Einige der Teilnehmenden sind seit 2016 jedes Jahr dabei und gehören quasi schon zum Inventar. Was sie am Barcamp so fasziniert und warum sie immer wieder teilnehmen, erzählen sie euch in unserer Mini-Serie „Déjà-vu beim NachhaltigkeitsCamp Bonn“ selbst. Seid gespannt und lasst euch von ihrer Vorfreude auf den 27. September 2019 anstecken!

Uli Kindermann hat bisher an jedem unserer NachhaltigkeitsCamps teilgenommen und ist auch in diesem Jahr wieder dabei. Im vergangenen Jahr hat er eine Session zu seiner Crowdfunding-Kampagne „Kaffeefahrt Amsterdam – Bonn“ gehalten. Uli war lange in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Klima und Nachhaltigkeit tätig und konzentriert sich jetzt auf lokales Engagement und Netzwerken.

Warum bist du dieses Jahr wieder dabei?
Ich war bisher bei allen drei NachhaltigkeitsCamps dabei. Im Jahr 2016 bin ich zurück nach Bonn gezogen, hatte seit einem Monat einen neuen Job und war ganz neu auf Twitter. Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie hilfreich Hashtags wie #ncbn16 sein können, um einen Überblick zu bekommen, wer alles beim NachhaltigkeitsCamp Bonn dabei ist und um mitzubekommen, was gerade wo läuft. Beim NachhaltigkeitsCamp Bonn 2016 habe ich viele spannende Leute kennengelernt, denen ich auch heute noch auf Twitter folge.

Im Jahr 2017 war ich dann beruflich mit den Vorbereitungen für die Klimakonferenz COP23 in Bonn beschäftigt – vor allem mit dem nachhaltigen Stadtführer „Discover Bonn – by Sustainable Transport“ für die internationalen Teilnehmenden der Konferenz. Da war das Camp für mich persönlich eine wichtige „Erdung“: mal fachliche Scheuklappen ablegen, Perspektiven wechseln, schauen, was lokal jenseits der eigenen Filterblase alles schon passiert.

Seit Frühjahr 2018 nehme ich eine berufliche Auszeit und bin seitdem viel mit dem Fahrrad unterwegs. Beim NachhaltigkeitsCamp Bonn 2018 habe ich schließlich meine erste eigene Session gehalten: zu meiner Crowdfunding-Kampagne für mehr nachhaltige Mobilität in Bonn „Kaffeefahrt Amsterdam – Bonn“.

Worauf freust du dich am meisten?
Am meisten freue ich mich auf die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Jedes Mal sind dort neue Leute mit neuen, spannenden Initiativen. Inzwischen kenne ich zwar schon viele von ihnen, bin aber immer wieder überrascht, was sie alles auf die Beine stellen. Beim NachhaltigkeitsCamp Bonn habe ich zum Beispiel auch Natalie von „Radeln ohne Alter“ kennengelernt, die ihre Idee dort vorgestellt hat: Ehrenamtliche unternehmen Rikscha-Fahrten mit Bewohner*innen von Alters- und Pflegeheimen, um ihnen eine Freude zu machen. Letztes Jahr ist sie gemeinsam mit vielen anderen den „Radweg der deutschen Einheit“ von Bonn nach Berlin geradelt, um die Idee weiter zu verbreiten – völlig irre. Aber es war eine unglaublich tolle Stimmung, ich war am ersten Tag dabei und war so begeistert, dass ich spontan noch die letzte Etappe mitgefahren bin. Inzwischen bin ich Vereinsmitglied und bald selbst „Pilot“. Dieses Jahr führt die Tour vom Bodensee nach Bonn, da bin ich auf jeden Fall auch mindestens einen Tag dabei.

Was ist dein ultimativer Nachhaltigkeitstipp?
Den einen großen Tipp gibt es nicht. Wir müssen dringend kreativer werden und weiter denken als „weniger Fleisch essen, weniger fliegen, weniger Auto fahren, weniger Plastik verwenden“, die große Aufgabe in kleine, umsetzbare Handlungsoptionen übersetzen, die aktiv zum Mitmachen motivieren – und vielleicht auch überraschen. Wie zum Beispiel die Schokofahrt: Radler*innen transportieren dabei mit Lastenrädern Schokolade emissionsfrei von Amsterdam nach Deutschland und Österreich und werben so für nachhaltige Mobilität, CO2-neutralen Transport und bewussten Genuss. Man muss Menschen dazu bringen, einfach mal was Neues auszuprobieren, etwas selbst zu machen, und dann die Erfahrung wirken lassen. Deshalb bin ich zum Beispiel so ein Fan der freien Lastenräder. Die meisten Menschen denke zuerst so ein großes Rad sei viel zu schwer und viel zu sperrig und dass das Fahren viel zu anstrengend sei. Sobald man sie dazu kriegt, sich einmal auf eins draufzusetzen, merken sie: Das macht ja irre Spaß!

Ich habe seit kurzem ein neues Lastenrad und werde es auch wieder über Bolle Bonn für alle leihbar machen. Beim #ncbn19 darf man sich übrigens auch gerne mal draufsetzen und Probefahren 🙂

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