Nachhaltigkeitscamp Bonn 2017

Ein Barcamp lebt von dem Engagement der Teilnehmenden. Ohne ihre Ideen gäbe es keine Vorträge und keine Diskussionen. Knapp 30 Sessions kamen so im letzten Jahr zustande. Doch wie wird aus einer Idee eine spannende Session?

Wir haben eine engagierte Bonnerin und ehemalige Teilnehmerin vom NachhaltigkeitsCamp Bonn gefragt, wo man anfängt, wie man Ideen spannend präsentiert und was eigentlich das Tolle an einem Barcamp ist.

Engagement Global: Liebe Johanna, erzähle doch kurz von dir selbst. Wer bist du, was machst du?

Johanna Schäfer: Mein Name ist Johanna Schäfer und ich bin nicht nur eine Social Entrepreneurin im Bereich Nachhaltigkeit, sondern auch eine Stadtentwicklerin mit einem Bachelor in Architektur von der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft. Im März 2016 habe ich das BonnLAB gegründet, ein städtisches Wohnzimmer sowie Coworking Space von und für Menschen aus Bonn. Dort arbeiten wir an vielen lokalen aber auch globalen Projekten. Das womöglich nachhaltigste Projekt, das wir dort momentan entwickeln, ist unser “Citizen driven SDGs Action Network” #BonnFiji. Ziel ist es, globale Partnerschaften zu schließen, um zukünftig Best Practices nicht nur sichtbar, sondern nachmachbar zu machen. Wir haben derzeit bereits 19 Partner in 14 Ländern und wir hoffen, dass wir schon ganz bald viele tolle Projekte und Initiativen nach Bonn holen können.

EG: Welche Anliegen im Bereich Nachhaltigkeit sind dir besonders wichtig?

JS: Mich interessieren im Bereich Nachhaltigkeit momentan besonders die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, weil sie für jeden auf eine verständliche Art und Weise eine zukunftsweisende Richtung bieten. Sowohl auf der nationalen, als auch auf der lokalen und der persönlichen Ebene kann jeder etwas dazu beitragen, dass wir nicht weiter das Leben auf diesem Planeten und die Natur zerstören. Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind eine wunderbare, ganzheitliche Rahmenstruktur, die das große Potenzial hat, jeden einzelnen zu mobilisieren und etwas zu bewegen. Genau das möchten wir auch mit dem BonnLAB hier in Bonn machen – Menschen für einen nachhaltigen Lebensstil begeistern.

EG: Wie waren deine bisherigen Erfahrungen mit dem NachhaltigkeitsCamp Bonn?

JS: Das NachhaltigkeitsCamp ist ein ganz besonderes Barcamp-Format in einer echt tollen Location. Das BaseCamp setzt mit seiner Philosophie auch auf einen nachhaltigen Ansatz und ist mit seinen upgecycelten Wohnwagen definitiv ein nachhaltiges Best-Practice-Beispiel im Hotelgewerbe. Darüber hinaus waren das selbsterstellte Programm und die Session-Geber des NachhaltigkeitsCamps absolut spitze. Ich finde es klasse, dass einerseits so viele engagierte Menschen aus der Nachhaltigkeits-Szene daran teilnehmen, aber andererseits auch Menschen, die in ihren eigenen Branchen nachhaltiger handeln wollen.

EG: Du hast selbst schon eine Session auf dem NachhaltigkeitsCamp angeboten. Worum ging es dabei?

JS: Bei meiner Session auf dem letzten NachhaltigkeitsCamp ging es um die Gründung eines Bonner „Food Clubs„. Das Projekt war damals noch ganz am Anfang und ist nach mittlerweile einem Jahr Marktanalyse auch dank des Barcamps immer bekannter geworden. Wir hoffen, dass wir mit den ersten Club-Partnern noch dieses Jahr den Club als physischen Raum und nächstes Jahr als digitale Plattform eröffnen können. Vielleicht finden wir dieses Jahr auf dem NachhaltigkeitsCamp ja noch ein paar unternehmerisch begeisterte Menschen, die sich im Bereich nachhaltige Lebensmittel selbstständig machen möchten?

EG: Hast du dich vorher auf die Session vorbereitet? Wenn ja, wie?

JS: Auf die Session habe ich mich nur gedanklich vorbereitet und die Materialien und Dateien auf meinem Laptop mitgebracht, die wir sowieso schon erstellt hatten. In meiner Session ging es dann um ein kreatives Brainstorming. Es ist jedem selbst überlassen, wie sehr man sich auf die Session vorbereitet. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass es primär auch um einen Mehrwert für die Teilnehmenden geht und nicht um eine Selbstvermarktung, eine reine Projektvorstellung oder Ähnliches. Interaktive Elemente sind in der Session sehr wichtig.

EG: Was sind die drei wichtigsten „Dinge“, die man bei einer Session dabei haben sollte?

JS: Spaß, Motivation etwas zu lernen oder zu vermitteln und Leidenschaft für das Thema.

EG: Welche abschließenden Tipps hast du für Teilnehmende, die auch eine Session halten wollen oder darüber nachdenken?

JS: Such dir ein Sessionthema aus, das dir persönlich gut gefällt und in dem du dich rundum wohl fühlst. Eine Session gibt dir  die Möglichkeit ein wertvolles Feedback zu erhalten. Durch die Schwarmintelligenz der anderen Teilnehmer lernt man an einem einzigen Tag sehr viel. Einfach machen, es lohnt sich.

EG: Welche Themen sind dir beim diesjährigen NachhaltigkeitsCamp wichtig?

JS: SDGs, lokal ins Handeln kommen, finanzielle Förderung und Beratung.

 

Wir freuen uns auch in diesem Jahr auf viele interessante Sessions und sind gespannt, welche neuen Erfahrungen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitnehmen werden. Hast du vielleicht auch schon eine Sessionidee für 2018? In unserem vorläufigen Sessionplan kannst du deine Idee/Frage/Projekt gerne unverbindlich eintragen!

Falls noch nicht geschehen, dürft ihr euch gerne für das kommende NachhaltigkeitsCamp am 22.06. anmelden!

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