Portrait einer Frau in einem Innenhof der mit Bäumen umsäumt.

Fee Merlevede startete vor fünf Jahren als Auszubildende bei Engagement Global und arbeitet nun seit 2019 fest im Veranstaltungsteam. Die ausgebildete Veranstaltungskauffrau begleitet seit Oktober 2021 die Konzeption, Abstimmung und nun die Umsetzungsphase des Leitfadens für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement. Im Interview erzählt sie uns mehr zu Inhalt und Ziel des Leitfadens und erklärt, warum es dieses Jahr beim NachhaltigkeitsCamp auch Kinderbetreuung gibt.

Bei Engagement Global gibt es seit Dezember 2021 einen Leitfaden zum nachhaltigen Veranstaltungsmanagement. Welche Motivation steckte dahinter, diesen Leitfaden zu erstellen?

Veranstaltungen stellen eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. Da Engagement Global jedes Jahr an zahlreichen Veranstaltungen beteiligt ist, sehen wir hier eine effektive Möglichkeit, um unseren Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung zu leisten. Wir wollen insgesamt als Organisation immer nachhaltiger arbeiten – und außerdem soll bis 2030 die gesamte Bundesverwaltung laut Klimaschutzgesetz klimaneutral arbeiten. Diese Vorgabe gilt nicht nur für die Ministerien, sondern auch für die nachgelagerten Organisationen.
Wir haben zudem in den letzten Jahren festgestellt, dass einzelne Teams und Abteilungen bereits verschieden Maßnahmen im Bereich des nachhaltigen Veranstaltungsmanagements umsetzen. Wir wollten dieses Wissen und gemeinsame Standards in dem Leitfaden bündeln und anschließend allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung stellen.

Im Leitfaden steht, dass das Konzept die „ökonomische, ökologische und soziale Dimension von Nachhaltigkeit“ umfasst. Kannst Du das noch etwas genauer erklären?

Das bedeutet, dass wir nicht nur das Thema Klima- und Umweltschutz beachten wollen, indem wir zum Beispiel CO2-Emissionen verringern, sondern auch soziale Aspekte wie zum Beispiel Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit bei der Planung von Veranstaltungen berücksichtigen. Die Berücksichtigung der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit führt dazu, dass möglichst alle Menschen an den Veranstaltungen von Engagement Global teilnehmen können.
Und neben der ökologischen und sozialen Dimension wollen wir natürlich die ökonomische Dimension nicht außer Acht lassen. Teilweise verursachen ökologisch und sozial nachhaltige Alternativen oder Maßnahmen Mehrkosten. Diese können aber durch andere Nachhaltigkeitsmaßnahmen, wie zum Beispiel das Weglassen von Fleisch oder die Vermeidung von Speiseresten, ausgeglichen werden.
Je nach Konzept, Format und Zielgruppe der Veranstaltung muss manchmal zwischen verschiedenen Maßnahmen und Handlungsfeldern abgewogen werden, da oft nicht alle Empfehlungen für Nachhaltigkeit gleichermaßen umgesetzt werden können, sondern häufig individuelle Lösungen gefunden werden müssen. Hier sammeln wir momentan Erfahrungen und tauschen uns immer wieder aus, damit unsere Veranstaltungen in Zukunft noch nachhaltiger werden.

Welche konkreten Aspekte des Leitfadens sind beim NachhaltigkeitsCamp Bonn umgesetzt?

Wir haben beim NachhaltigkeitsCamp Bonn schon immer darauf geachtet, es möglichst nachhaltig zu organisieren. Wie auch in den letzten Jahren wird es ein rein veganes Catering geben und Leitungswasser aus der Zapfstation statt Flaschenwasser. Wir achten beim Catering außerdem auf Regionalität beziehungsweise auf den Einsatz von fair gehandelte Produkten. Und wir legen beim Thema Catering auch Wert auf das Thema Müllvermeidung und Mülltrennung.
Neu hinzu kommt, dass wir in diesem Jahr ein Kinderprogramm organisieren, damit die Veranstaltung familienfreundlicher wird und auch Personen teilnehmen können, für die eine Teilnahme aufgrund der Betreuungsfunktion sonst nicht möglich wäre.
Wir wollen außerdem die Veranstaltung möglichst papierlos durchführen. Da wo doch noch Papier benötigt wird, nutzen wir Recycling-Papier und achten darauf, dass das Papier mehrfach (zum Beispiel beim nächsten NCBN) eingesetzt werden kann (zum Beispiel Beschilderung).
Wir sind immer offen für Anregungen und Ideen von unseren Teilnehmenden und werden das Thema nachhaltiges Veranstaltungsmanagement auch beim NCBN selbst mit auf die Agenda nehmen, um Feedback und Anregungen zu sammeln!